Weiter Weg zum Demografiemanagement
Von Dr. Eckhard Bergmann
Veröffentlicht am: 27. Juni 2008
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Dr. Eckhard Bergmann
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Die Alterung unserer Gesellschaft ist nicht irgendeine ungünstige zyklische Variante, die kommt und auch wieder geht. Sie ist längst Fakt, unumkehrbar und dauerhaft. Die Thesen von Frank Schirrmacher, Autor des „Methusalem-Komplotts“, sind inzwischen hinlänglich bekannt. Aber die Folgerungen aus seinem Befund dringen nur ganz vorsichtig in unser Handeln ein.
Immerhin: Laut einer aktuellen Studie der Boston Consulting Group („Creating People Advantage“) beschäftigen sich Unternehmen – hauptsächlich Großunternehmen – bereits mit altersadäquatem Gesundheitsmanagement oder demografischem Risk Management. Allerdings: Gesundheitsmanagement bedeutet mehr als nur medizinische Betreuung. Es bedeutet insbesondere eine „gesunde“ Führung. Da haben viele Unternehmen, so Ergebnisse von Befragungen der Bertelsmann Stiftung, noch große Defizite. Und demografisches Risk Management ist bislang kaum über den Status eines Zauberwortes hinausgekommen. Denn welche Unternehmen haben überhaupt lokalisiert, wer die Träger von Schlüsselwissen – altem und neuem Schlüsselwissen - sind, welche Jobfamilien das Geschäft treiben und wohin sich der Bedarf entwickelt, geschweige denn Konzepte gestaltet, um den notwendigen Austausch von Wissen zu organisieren oder Beschäftigungsoptionen für ältere Wissensträger zu entwickeln?
Eine der schwerwiegendsten Fehlvorstellungen ist immer noch die, dass die Wissens- und Lernfähigkeit der Älteren irgendwo ab den 60er Jahren beendet sei. Neuere Forschungen etwa des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock haben das längst widerlegt. Aber in nur wenigen Köpfen ist dies angekommen. Umso bemerkenswerter, dass zum Beispiel Nokia Mitarbeiter mit Mitte 50 wieder an die Universitäten schickt und dass viele 60-Jährige im Silicon Valley neue Unternehmen gründen.
Beispielhaft ist sicher auch das umfassende Arbeitsprogramm, das die EADS jetzt entwickelt hat, um dem demografischen Wandel „pro-aktiv zu begegnen“. Aber die EADS ist nur ein – zudem mit finanziellen Mitteln gesegnetes – Unternehmen. Viele, insbesondere mittelständische, Unternehmen hängen deutlich zurück. Der Weg bis zum Demografiemanagement ist also noch weit. Deshalb braucht Deutschland mehr Personalchefs, die ihn schnell beschreiten.
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