Lufthansa-CTA bleibt auf Zielkurs
Veröffentlicht am: 03. Mai 2008
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Roland Kern,Lufthansa, Leiter Konzern-Treasury
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Es geht ihm gut. Die Rede ist vom Contractual Trust Arrangement (CTA) der Lufthansa. Denn zum einen gedeiht es prächtig. „Wir führen dem CTA jährlich 565 Millionen Euro zu, und zwar im Frühjahr und im Herbst jeweils die Hälfte. Zudem tätigten wir im vergangenen November eine zusätzliche Dotierung in Höhe von einer Milliarde Euro“, sagt Roland Kern, Leiter Konzern-Treasury.
Mit dem Ergebnis, dass das CTA mittlerweile rund 3,6 Milliarden Euro schwer ist. Dies entsprach bei Verbindlichkeiten von rund 6,5 Milliarden Euro einer Ausfinanzierungsquote per Ende 2007 von 58 Prozent. Dem Ziel, das CTA somit wie geplant zwischen 2014 und 2019 voll auszufinanzieren, steht also nichts im Wege. Zum anderen sei man, auch da man nicht in Asset Backed Securities (ABS) investiert hat, bis jetzt gut durch die Kreditkrise gekommen. „Wir liegen mit der Rendite seit Auflage immer noch über unserer Zielrendite von 5,5 Prozent per annum. Allerdings führte die allgemeine Schwäche an den Märkten auch zu einer Verschlechterung der Gesamtrendite“, sagt Kern.
ALM-Studienergebnisse werden umgesetzt
Da das Gute der Feind des Besseren ist, werden die Anlagen kontinuierlich optimiert. Konkret bedeutet dies, dass Kern derzeit die Ergebnisse der zweiten Asset-Liability-Studie des Ende 2004 gegründeten CTAs, die in Zusammenarbeit mit HSBC Investments im vergangenen Jahr erarbeitet wurde, umsetzt.
Die Ergebnisse der ALM-Studie sehen dabei wie folgt aus: Aus dem Anlageuniversum wurden US-Aktien genommen, hinzu kamen USD-Unternehmensanleihen, Aktien Emerging Markets Asien, Aktien Emerging Markets Rest der Welt, Hedgefonds und Rohstoffe. Interessant: Private Equity fiel durch, da die Asset-Klasse im Simulationszeitraum kein besseres Rendite-Risiko-Profil auswies als andere Asset-Klassen.
Ja zu Rohstoffen und Hedgefonds
Die grobe Allokationsstrategie wurde mit einem 70:30-Ansatz beibehalten. Das heißt, rund 70 Prozent werden in Renten, die anderen 30 Prozent in Aktien investiert. Ansons-ten sei der Aktienteil 50:50 zwischen Aktien Euroland und Aktien Emerging Markets beziehungsweise Aktien Asien aufgeteilt.
Zudem ist es nun möglich 2,5 Prozent in Hedgefonds und 5 Prozent in Rohstoffe zu investieren. Bei Rohstoffen will sich Lufthansa am Rogers-Index orientieren, also ein Drittel Metalle, ein Drittel Energie und ein Drittel Soft Commodities. „Ob eher aktiv oder passiv investiert werden soll, muss erst noch entschieden werden. Ich halte allerdings gerade im Rohstoffmarkt eine aktive Komponente für durchaus erfolgreicher“, erklärt Kern.
Doch nicht nur das. Im Rahmen dieser Umstrukturierungen wurden drei Staatsanleihen-Mandate passiviert. Die Gründe hierfür: Es ist einfach günstiger, zudem sei der Mehrwert eines aktiven Managements bei Staatsanleihen begrenzt.
Zwei Milliarden strategische Liquidität
Lufthansa verfügt derzeit über eine Liquidität von vier Milliarden Euro, davon zwei Milliarden Euro an strategischer Liquidität. Auf diese strategische Reserve muss Lufthansa eventuell kurzfristig zugreifen können, sei es wegen einer Krise oder einer strategischen Entscheidung. Deswegen muss sie schnell liquidierbar sein, ohne dass ein größerer Werteverzehr befürchtet werden muss. Die strategische Liquidität ist in Spezialfonds angelegt und investiert in den Geldmarkt, Staatsanleihen, Corporate Bonds bis hin zu vier kapitalgarantierten Schuldscheinen, die an risikoreichere Assets gekoppelt sind. „Auf der Basis einer neuen Allokationsanalyse haben wir in 2007 den Anteil von Corporate Bonds reduziert, zwei Total-Return-Euro-Bond-Fonds mandatiert und ein bestehendes Credit- in ein Long-Short-Mandat umgewandelt“, erklärt der Treasurer weiter.
Und noch weitere zwei Milliarden operative Liquidität
Bleibt noch die operative Liquidität, ebenfalls derzeit rund zwei Milliarden Euro, die der eigentlichen unterjährigen Gelddisposition dient und sich deswegen nicht für eine komplexe Strukturierung eignet. Angelegt wurde die operative Liquidität bis zum vergangenen Sommer, als die Kreditkrise begann, in Geldmarktfonds. „Wir sind dann rechtzeitig aus den Geldmarktfonds ausgestiegen und in Termingelder gewechselt, da wir über die entsprechenden Liquiditätsprämien sehr gute Renditen erzielen konnten und können. Im Moment investieren wir in Termingelder, Overnight-Anlagen und in Wertpapiere. Sobald sich die Kreditkrise beruhigt hat, werden wir uns auch wieder andere Produkte im Bereich Geldmarktfonds anschauen“, sagt Kern.
Regelbasierte Sicherungsstrategien
Hierbei weist er auf das hauseigene Risikomanagement hin, das sich über die Kreditkrise gut bewährt hätte. Kern etwa sieht den Value at Risk als Informationskennzahl für die kurzfristige Steuerung an. Ansonsten ist das Risikomanagement derart aufgebaut, dass es zwischen den zwei Dotierungsterminen quasi auf null gesetzt wird und bestimmte maximale Wertveränderungen als Maßgabe vorgibt. Die Höhe des Risikokapitals und der maximale Draw Down liegen bei zehn Prozent. Gehen Veränderungen auf Gesamtfonds-Ebene in den gelben oder roten Bereich, wird entweder das Risikokapital umallokiert oder mit Derivaten gesichert. „Value at Risk ist etwas für die kurzfristige und nicht für die langfristige Steuerung. Deswegen nutzen wir für unsere Fremdwährungs-, Zins- und Treibstoffpreisrisiken, aber auch im Asset Management regelbasierte Sicherungsstrategien, da wir glauben, dass diese die Marktschwankungen am besten ausgleichen können.“
ML
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