Home   Über uns   Kontakt   Impressum   Anzeigen   Abonnements   Konferenz   Pensions News  
Das erste unabhangige Fachmagazin fur institutionelle Anleger und die betriebliche Altersversorgung
TERMINE
24. - 25. September 2008
aba-Seminar: Kapitalanlageprozess in betrieblichen Versorgungseinrichtungen



 
 
Mindestens Inflation plus 3 Prozent
Von Michael Lennert

Veröffentlicht am:  03. Mai 2008
— Dr. Harald Schneider,Bundesstiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, Leiter Finanzen und Administration

Das Ziel der 430 Millionen Euro schweren Bundesstiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft ist klar umrissen. „Wir müssen mindestens eine Rendite in Höhe der aktuellen Inflationsrate plus 3 Prozent erwirtschaften“, sagt Dr. Harald Schneider, Leiter Finanzen und Administration der Bundesstiftung.

Um dieses Ziel nachhaltig zu erreichen, setzt die Stiftung derzeit systematisch die ganze Kapitalanlage neu auf. Hierzu wurde in einem ersten Schritt ein Vermögensbeirat gegründet sowie ein Consultant auserkoren. Der Consultant - das Mandat gewann im vergangenen Monat Complementa - soll eine Asset-Liability-Studie erstellen, eine strategische Asset Allocation erarbeiten, neue Asset Manager und -Klassen bestimmen sowie jegliche dazu notwendigen Prozesse, inklusive Risikomanagement, neu definieren.


Sechs bis acht neue Asset-Klassen

Geplant ist unter anderem die Zahl der Asset-Klassen auf sechs bis acht aufzustocken. Bisher investierte die Bundesstiftung in drei identische Spezialfonds, die zu gleichen Teilen von DB Advisors, Allianz Global Investors und Cominvest verwaltet werden. Die gemischten Fonds sehen eine maximale Aktienquote von 30 Prozent vor, alles Werte aus dem MCSI Europe. Der große Rest wird in Government Bonds oder Papiere von supranationalen Organisationen investiert. Erlaubt ist zudem ein kleiner Anteil Liquidität.


Zu viel Gleichheit

Ein Problem der jetzigen Lösung war das nahezu identische Verhalten der Fondsmanager. Denn diese verhielten sich in den vergangenen Marktphasen ähnlich, beispielsweise indem sie alle parallel ihre Aktienquoten herunterfuhren. Dies führte jedoch dazu, dass mögliche Risiken eher verstärkt anstatt diversifiziert wurden. Ein weiteres Problem lag zudem in der erwirtschafteten Rendite. Diese lag im Durchschnitt ein Prozent unter den Notwendigkeiten. Also Grund genug für die Bundesstiftung, die ganze Kapitalanlage systematisch neu zu überdenken.


Strategische Anlagen diskutiert

„Eine der neuen Asset-Klassen werden Unternehmensanleihen sein, auch weil wir bei Unternehmensanleihen mittlerweile wieder größere Spreads sehen“, sagt Schneider. Auch ein Engagement in Aktien ist weiter geplant, zurzeit jedoch eher defensiv, da der Vermögensbeirat die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur eher verhalten, wenn nicht gar schon negativ einschätzt. In Private Equity hingegen wird auch zukünftig nicht investiert, und zwar aus rein politischen Gründen. Als Bundesstiftung, deren ursprüngliche Aufgabe es war, Entschädigungen für die NS-Zwangsarbeiter zu leisten, könne man sich das, insbesondere wegen der Heuschrecken-Debatte, einfach nicht leisten. Interessant hierbei: Schneider gibt zu, dass es ökonomisch durchaus Sinn machen kann, einen kleinen Anteil beizumischen, gleichwohl, „wenn wir damit Geld verlieren würden, wäre die Angreifbarkeit viel zu groß, das ist undenkbar“.


Nicht nur ökonomisch motiviert

Unproblematisch hingegen sind Immobilien. Hier hält die Stiftung ein weltweites indirektes Engagement über Fondsvehikel für denkbar. Über eine Anlage in Immobilienaktien indes wurde nicht diskutiert, ebenso wenig wie über ein Engagement in Infrastruktur. Rohstoffe hält Schneider grundsätzlich für interessant, derzeit allerdings eher weniger, da der Leiter Finanzen und Administration die momentane Marktsituation für ziemlich überhitzt hält. Und wenn doch, dann sicherlich nicht über ein Direktinvestment, wiederum aus politischen Gründen. Bleiben noch Hedgefonds. „Auch Hedgefonds sind in der Öffentlichkeit negativ besetzt“, sagt er hierzu und spricht sich deswegen dagegen aus in Single-Hedgefonds zu investieren, ein Engagement über Dach-Hedgefonds hingegen sei vorstellbar.


Absichern ja, aber in Grenzen

Bei der Neujustierung der Anlagestrategie wurde im Vermögensbeirat zudem die Frage diskutiert, ob es für eine Stiftung sinnvoll ist, permanent Absicherungsstrategien zu fahren. „In Grenzen halte ich es für sinnvoll, da wir auch schon die Erfahrung gemacht haben, dass der Einsatz von Derivaten doch einiges an Performance kosten kann. Zudem widerspricht es dem Grundsatz der ruhigen Hand und der Realität, die zeigt, dass sich Märkte längerfristig auch wieder erholen“, erklärt der Wahlberliner und erläutert hierbei auch die zukünftige Rolle von Währungen im Portfolio. Währungen sind aus Diversifikationsgründen in Zukunft erwünscht, mehr aber nicht, sprich: Währungsspekulationen bleiben weiter tabu. Und auch die Nachhaltigkeit steht bei der Bundesstiftung auf der Agenda. Gleichwohl ist man derzeit noch auf der Suche nach einem passenden Nachhaltigkeitsfilter, denn dieser müsse zum Stiftungszweck passen. Vorstellbar ist ein Negativfilter, der Zwangsarbeit, Kinderarbeit, schlechte Arbeitsbedingungen et cetera ausschließt und der dann zu 100 Prozent darübergestülpt wird. „Und es steht noch ein weiterer Punkt auf unserer Agenda. Nachdem die Neujustierung abgeschlossen ist, wollen wir verstärkt Spenden sammeln. Und dazu braucht man Transparenz, insbesondere auch bei der Kapitalanlage“, sagt Schneider.

Druckerfreundliche VersionDruckerfreundliche Version
Als E-Mail verschickenAls E-Mail verschicken

 


weitere Artikel
Headlines from other FT Business publications
Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
• Die schöne Unbekannte
• „In guten Börsenjahren sind wir im Nachteil“
• Volker Hergert: Die Signale richtig deuten
• Ariane Dehn: Brachliegendes Potenzial
• Brief aus Bern
European Pensions & Investment News
• Hermes EOS rallies for clarity on active ownership rules
• Deficient European DC can learn from Australian success
• ING reaps rewards of Romanian reform
• Portugal
• Providing for the black swan factor
Nordic Region Pensions & Investments News
• Avoiding the commodities crash fallout
• Danish funds pressured into slashing costs
• Danish fund uses chameleonic strategy to beat credit crisis
• New blood keeps wind in AP1’s sails
Nederlands Pensioen- & Beleggingsnieuws
• Joanne Kellermann:“DNB legt dit jaar nadruk op deskundigheid pensioenbesturen.”
• De fiduciair manager aan het werk
• Communicatie naar deelnemers krijgt meer aandacht
• IFRS-regels bedreiging voor Nederlands pensioenstelsel
• Pensioenfonds voor voetbaltrainers scoort nog steeds
 ARCHIV

 

Kontakt
Bestellung
Privacy Policy
Terms and Conditions
Webmaster

Mailing address: Financial Times Ltd, Number One Southwark Bridge, London, SE1 9HL, United Kingdom

© The Financial Times Limited 2008