Apocalypto now?
Veröffentlicht am: 11. März 2008
Zumwinkel hat als Wolf im Schafspelz lange Jahre in der Beletage der deutschen Wirtschaft gut getarnt gewirkt. Jetzt ist er enttarnt und der Schafspelz frei für einen, der ihn schon bald dringend braucht: Peer Steinbrück. Er muss sich besser tarnen und warm anziehen. Nur so wird er die Zeit bis zur nächsten Bundestagswahl überleben.
Denn die Bilanz seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit sieht gar nicht gut aus. In diese Zeit fallen die Subprime-Krise, Korruption bei „seiner“ Bafin und monatelanges, unklares Kompetenzgerangel der Aufsicht und der Bundesbank (die sogenannte „doppelte Halbzuständigkeit“).
Die Subprime-Krise hat er völlig unterschätzt. Dass es allen so geht, ist keine Entschuldigung und macht es nicht besser. Er ist schließlich Finanzminister.
Steinbrück politisiert die Aufsichtsbehörde und verschwendet so deren Kräfte: So hat die Bafin von Lebensversicherern jüngst erhoben, wie stark diese in Asset Backed Securities (ABS) investiert sind. Dass ABS nicht wirklich das Problem der deutschen Lebensversicherer sind, weiß die Bafin aber. In der Zwischenzeit reißen Subprime-Verluste weiter riesige Löcher in die Bilanzen von BayernLB, WestLB und IKB. Steinbrück stopft sie einfach mit Steuergeldern in Milliardenhöhe.
Mit seinem Zickzackkurs bei der Einschätzung neuer Finanzmarktteilnehmer, wie zum Beispiel den Hedgefonds, macht er alle Welt kirre. Und mit der Abgeltungssteuer hat er einen Schuss nach hinten losgelassen und dem Finanzplatz, den er sonst immer fördern will, einen großen Bärendienst erwiesen.
Was in aller Welt befähigt also ausgerechnet diesen Wolf, unsere deutschen Finanzen zu führen? Steinbrück wird Zumwinkels Schafspelz schnell brauchen. Sonst wird aus Steinbrück, dem Jäger, schnell der Gejagte – Apocalypto now.
Herzlichst, Ihr
Maik Rodewald, Chefredakteur
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