Home   Über uns   Kontakt   Impressum   Anzeigen   Abonnements   Konferenz   Pensions News  
Das erste unabhangige Fachmagazin fur institutionelle Anleger und die betriebliche Altersversorgung
TERMINE
24. - 25. September 2008
aba-Seminar: Kapitalanlageprozess in betrieblichen Versorgungseinrichtungen



 
 
Kein Platz mehr für Long Only Bonds
Von Michael Lennert

Veröffentlicht am:  07. November 2007

„Deutsche institutionelle Investoren investieren immer noch einen zu großen Anteil ihrer Portfolios in Long Only Bonds. Dadurch sind sie zu abhängig von der Zinsentwicklung“, sagt Professor Dr. Dirk Lepelmeier.

Deshalb geht der Geschäftsführer Vermögensanlagen bei der Nordrheinischen Ärzteversorgung (NAEV) seinen eigenen Weg. Er hat im Sommer 2006 alle kursreagiblen Renteninvestments verkauft, wie etwa Staatsanleihen, Corporate oder High Yield Bonds, die zusammen immerhin einen Anteil von 15 Prozent des Gesamtvermögens ausmachten. Aufgrund von Timing-Aspekten, vor allem aber aus strukturellen Gründen. „Wir waren Mitte 2006 der Auffassung, dass die Zinsen im Vergleich zu dem von uns erwarteten langfristigen Durchschnittszins zu niedrig sind. Und auch die Spreads waren so niedrig, dass wir auch hier davon ausgingen, dass diese längerfristig eher steigen als sinken werden“, erklärt er.


Long-Short-Strategien verleihen Flügel


Zudem wollten die Düsseldorfer symmetrisch von allen Zins- respektive Marktphasen profitieren. Die Lösung: ein mehrstufiges Modell, welches sogenannte Alpha-Generatoren zunächst für die Marktsegmente Duration, Credit Default Swaps und Währungen einsetzt. So werden zum Beispiel je nach Zinserwartung Long-Short-Zinsfutures gekauft oder verkauft, je nach Erwartung der Unternehmensrisiken Credit Default Swaps, das Gleiche gilt für Währungen. „Am Ende des Tages werden dann die einzelnen Segment-Ergebnisse addiert“, erklärt Lepelmeier sein Modell weiter. Und dies sieht im Detail wie folgt aus: Die Basisrendite bildet die Rendite, die am Geldmarkt erwirtschaftet wurde, beispielsweise 3,5 Prozent. Hierzu wird der Mehrertrag addiert, der über Zinsfutures verdient wurde, im Fall der NAEV beträgt dieser aktuell gut 2 Prozent. „Bei den Credit Default Swaps liegen wir derzeit leider nur knapp auf der Nulllinie. Mit Währungen haben wir bei starker Volatilität einen zusätzlichen Prozentpunkt erwirtschaftet. Zusammen waren das schon mal 3 Prozent – und die vergangenen Monate sind bekanntlich sehr schwierig gewesen“, sagt Lepelmeier. Summa summarum liege er mit einem Gesamtertrag von 6,5 Prozent im Vergleich zu Long-Only-Bond-Investoren deutlich vorne, „denn diese Anleger hätten dieses Jahr bis jetzt eher nur eine schwarze Null eingefahren“.


Hedgefonds-Plattform mit HSBC


Doch nicht nur hier geht Lepelmeier seinen eigenen Weg, sondern auch bei alternativen Anlagen und insbesondere bei Hedgefonds. Zusammen mit HSBC Trinkaus & Burk-hardt wurde eine Plattform via Spezialfonds konzipiert, die einerseits der deutschen Regulierung entspricht, die es jedoch andererseits erlaubt, in ausländische Hedgefonds zu investieren, ohne die strikten aufsichtsrechtlichen Vorgaben einhalten zu müssen.

In diesem Vehikel sind derzeit rund 250 Millionen Euro investiert – noch, muss man sagen, denn dieser Betrag wird im kommenden Jahr wahrscheinlich verdoppelt, insbesondere weil „unsere Hedgefonds gut über den schwierigen Sommer gekommen sind“, sagt Lepelmeier.

Nicht investiert ist die Ärzteversorgung hingegen in der Asset-Klasse Private Equity. Die Begründung: Zum einen seien die Düsseldorfer mit ihren eigenen Analyse-Instrumenten nicht in der Lage, Private-Equity-Investitionen, vor allem außerhalb Deutschlands, fundiert und umfänglich zu untersuchen. Die Abhängigkeit von Dritten wäre in diesem Marktsegment somit besonders hoch. Zum anderen passe die Auszahlungsstruktur, Stichwort J-Kurven-Effekt, einfach nicht in die strategische Ausrichtung der NAEV.

Auch nicht investiert wird in Mezzanine-Kapital und zumindest bisher auch nicht in Infrastruktur. Rohstoffe hingegen sind ein Thema, ebenso wie bei der Bayerischen Versorgungskammer (siehe Seite 61). „Wenn wir in Mezzanine investiert hätten, befänden wir uns jetzt gerade in einem Prozess der Neubewertung dieser Risiken. Bei den uns angebotenen Produkten war oft nicht klar, wie der Risikoanteil angemessen zu bewerten ist. Für uns waren diese Produkte nicht ausreichend transparent und wir haben deswegen die Finger davon gelassen.“


Abbildung: Asset-Klassen 2007, Buchwerte in Millionen Euro;
Quelle: Nordrheinische Ärzteversorgung.

Druckerfreundliche VersionDruckerfreundliche Version
Als E-Mail verschickenAls E-Mail verschicken

 


weitere Artikel
Headlines from other FT Business publications
Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
• Die schöne Unbekannte
• „In guten Börsenjahren sind wir im Nachteil“
• Volker Hergert: Die Signale richtig deuten
• Ariane Dehn: Brachliegendes Potenzial
• Brief aus Bern
European Pensions & Investment News
• Varma remains indifferent but ‘opportunistic’ on ETFs
• Deficient European DC can learn from Australian success
• ING reaps rewards of Romanian reform
• Portugal
• Providing for the black swan factor
Nordic Region Pensions & Investments News
• Avoiding the commodities crash fallout
• Danish funds pressured into slashing costs
• Danish fund uses chameleonic strategy to beat credit crisis
• New blood keeps wind in AP1’s sails
Nederlands Pensioen- & Beleggingsnieuws
• Joanne Kellermann:“DNB legt dit jaar nadruk op deskundigheid pensioenbesturen.”
• De fiduciair manager aan het werk
• Communicatie naar deelnemers krijgt meer aandacht
• IFRS-regels bedreiging voor Nederlands pensioenstelsel
• Pensioenfonds voor voetbaltrainers scoort nog steeds
 ARCHIV

 

Kontakt
Bestellung
Privacy Policy
Terms and Conditions
Webmaster

Mailing address: Financial Times Ltd, Number One Southwark Bridge, London, SE1 9HL, United Kingdom

© The Financial Times Limited 2008