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Von (k)einer Renaissance zur nächsten

Veröffentlicht am:  25. Juni 2007
— Maik Rodewald, Chefredakteur

Nein, der Spezialfonds feiert keine Renaissance. Selbst wenn man über das schiefe Bild hinwegsieht, fehlt es ihm dafür an zweierlei: seinem Tod und seinem Manierismus. Das erste Merkmal muss nicht erläutert werden – oder wollte jemand ernsthaft behaupten, der Spezialfonds sei jemals tot gewesen? Nichts da. Ob mit Immobilien oder mit Wertpapieren bestückt – es gibt ihn schon lange und es wird ihn noch lange geben.

Dieser urdeutschen Spezialität einen fehlenden Manierismus zu bescheinigen, also eben keine übertriebenen oder gar schwulstigen Formen, wird da künftig schon schwerer: Immerhin fällt demnächst das Kaskadenverbot, ganz offiziell.

Doch dieses Verbot wird in Praxi sowieso schon durchgewunken, wenn man es gut begründen kann. Außerdem ist dem Spezialfonds bald möglich, was mittlerweile selbstverständlich ist: So können Versicherer endlich ihre geliebten unverbrieften Darlehensforderungen abbilden, und die Anlagemöglichkeiten in Hedgefonds, Private Equity und Infrastruktur werden so liberal wie nie zuvor. Und das ist noch längst nicht alles.

Dem Spezialfonds gelingt damit wahrhaft Einzigartiges: Er wird alternativ und liberal – und wer hätte gedacht, dass dies in Deutschland jemals zusammen passen könnte? Darum: Der Spezialfonds feiert keine Renaissance, sondern seine Zukunft. Und das auch deshalb, weil er seinen Verwandten in Luxemburg nun selbstbewusst die Nase zeigen kann: Dort dürfte man es gar nicht gerne hören, dass einer der führenden deutschen Juristen dem Luxemburger Spezialfonds abspricht, künftig eine echte Alternative zum deutschen Masterfonds zu sein (Seite 15). Noch nie konnten Mann oder Frau so seicht in der Materie stecken, um genau das zu erkennen.

Doch Obacht! Wer Rechte hat, hat auch Pflichten, mindestens aber viele neue Hausaufgaben: Denn je illiquider notierte und vor allem nicht notierte Anlagen sind, desto weniger gut kann die deutsche Investment-Branche – und dort vor allem deutsche (Master-)KAGen – sie derzeit schon abbilden. Da ist also noch viel zu tun. Ganz zu schweigen von dem Bemühen, endlich Transparenz in das Wirrwarr einer anderen Anlageform zu bringen: institutionellen Publikumsfonds.

Noch blockt die Branche, aus politischen Gründen. Endlich, so scheint es, hat man das heiß ersehnte Level Playing Field mit der Assekuranz gefunden: Die Branche feiert die Renaissance der Intransparenz. Herzlichen Glückwunsch!

Herzlichst, Ihr
Maik Rodewald

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