Infrastruktur: Entdecke die Möglichkeiten
Veröffentlicht am: 03. Mai 2007
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Tilman Trommsdorff, Partners Group, Partner
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Es ist bald so weit: In einer derzeit diskutierten Novelle des Investment-Gesetzes, die im Herbst dieses Jahres in Kraft treten soll, sind neue Anlageformen zur Finanzierung öffentlich-privater Partnerschaften (ÖPP) vorgesehen.
Die Meinungen darüber, inwieweit Infrastruktur-Investments zukünftig auch in den Portfolios von deutschen Institutionellen eine gewichtige Rolle spielen werden, differieren hingegen. Feri Rating & Research beispielsweise hat kürzlich bei 143 institutionellen Investoren eine Immobilien-Studie durchgeführt, deren Gesamtvermögen sich auf 990 Milliarden Euro und deren Immobilienvermögen sich auf 65 Milliarden beläuft. „Im Rahmen unserer Marktuntersuchung über Immobiliennnlagen institutioneller Investoren haben wir den Wunsch nach Infrastruktur-Projekten, -Programmen oder -Fonds nicht wahrgenommen. Es war überhaupt kein Thema“, sagt Jörg Grünberg, Leiter Institutional Market Research bei Feri und Mitinitiator der Studie.
Meinungen noch geteilt
Eine andere Meinung hierzu vertritt hingegen Siegfried Cofalka, Geschäftsführer der Oppenheim Immobilien-KAG (OIK). „Dass es eine erhöhte Nachfrage nach Infrastruktur-Investitionen geben wird, sehen wir durchaus. Wir prüfen gerade, ob das neue Vehikel unseren Anforderungen gerecht wird“, sagt er. Diese Prüfung sei jedoch noch nicht abgeschlossen, da sich der Gesetzesentwurf in der Diskussion befindet. Wichtig für Cofalka hierbei ist, dass das Vehikel zum einen alle möglichen Stadien der Infrastruktur-Wertschöpfungskette zulässt, also beispielsweise die Projektentwicklung, den späteren Betrieb und die abschließende Veräußerung. Zum anderen sei es entscheidend, wie weit der Infrastruktur-Begriff definiert wird. „Wenn beides ausreichend breit definiert ist, werden wir sicherlich Angebote auf den Markt bringen“, erklärt er weiter.
Und in der Tat. Der Markt für Infrastruktur-Investments wächst rasant. So schätzt beispielsweise die Weltbank, dass alleine die Schwellenländer bis zum Jahr 2010 jährlich rund 465 Milliarden Dollar in neue Infrastruktur-Projekte investieren werden, und die OECD geht davon aus, dass bis 2030 weltweit jährlich gar 1.000 Milliarden Dollar in derartige Projekte fließen.
Vieles ist möglich
Vorreiter ist dabei insbesondere Australien, da Infrastruktur-Investments bei australischen Institutionellen als eigenständige Asset-Klasse gelten und diese laut Partners Group – einem Unternehmen, welches bereits aktiv am Markt tätig ist – rund zehn Prozent ihrer Portfolios der Infrastruktur „fix zugeteilt hätten“. Gleichwohl, in Deutschland „gibt es sicherlich bereits Angebote auf dem Markt. Diese sind jedoch noch nicht sehr differenziert. Deswegen haben wir uns darauf spezialisiert, pure Infrastruktur-Investments anzubieten“, erklärt Tilman Trommsdorff, Partner bei der Partners Group, der zudem der Ansicht ist, dass Institutionelle gerade in diesem Sektor noch unterversorgt sind. Pure Infrastrukturanlagen-Investments seien dabei insbesondere Anlagen, die einen monopolartigen Status vorweisen, die typischerweise sehr lange Verträge haben – am besten mit dem Staat beziehungsweise dessen Institutionen – und die oftmals inflationsgelinkt sind, beispielsweise Mautstraßen, Satelliten- und Rundfunktürme, Seehäfen, Flughäfen, Infrastrukturen für Strom-, Gas- und Wasserverteilung.
Entscheidend bei Infrastruktur-Investments ist, in welche Lebenszyklusphase des Infrastruktur-Projektes investiert wird. Die Partners Group beispielsweise unterscheidet grob drei Phasen: die risikoreiche Frühphase mit Private Equity-ähnlichem Charakter. Diese endet ungefähr, wenn geklärt ist, wie, ob und wann das Projekt rechtzeitig zustande kommt. Danach folgt die Phase, in der das Projekt eingeführt wird und in der man sieht, wie und in welcher Höhe „zusätzliche Values“ generiert werden können, und nicht zuletzt die Reifephase, in der die stabilen Cashflows fließen. „Heute wird noch in all diese Bereiche simultan investiert, da der Markt noch nicht breit genug ist. Dies wird sich jedoch ändern“, erklärt Trommsdorff weiter, der bei seinem im Oktober des vergangenen Jahres aufgelegten Fonds davon ausgeht, dass dieser durchschnittlich eine Rendite von 8 bis 12 Prozent – manchmal sogar 15 Prozent – erwirtschaften wird und dessen Volatilität im Vergleich zu üblichen Aktienanlagen um ein Drittel geringer ist.
Rendite kann sich durchaus sehen lassen
In eine ähnliche Kerbe schlägt Erik Crawford von Mercer Investment Consultant, der bei Infrastruktur-Investments auch von möglichen Renditen zwischen 8 und 12 Prozent ausgeht und der zwischen Privatisierung, Modernisierung und dem Bau von neuen Projekten unterscheidet. „Insbesondere der nordamerikanische Markt ist derzeit interessant, hier jedoch eher kleinere bis mittlere Projekte“, sagt Crawford, in Australien und Großbritannien hingegen seien beispielsweise die Märkte schon ziemlich gesättigt und somit auch die Möglichkeiten geringer. Es sei mittlerweile eben auch schon viel Geld im Markt.
ML
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