Auch Pforzheimer gehen nach Japan
Veröffentlicht am: 27. Februar 2007
Japanische Aktien scheinen derzeit in der Gunst der Sparkassen ganz weit vorne zu liegen. Denn neben der Stadtsparkasse Düsseldorf (vergleiche auch dpn brief Oktober 2006) plant nun auch die Sparkasse Pforzheim Calw ihren Anteil japanischer Aktien im Depot A deutlich zu erhöhen. Derzeit investiert die Sparkasse rund 15 Millionen Euro im Land der aufgehenden Sonne, mittelfristig sollen es bis zu 70 Millionen Euro sein. Als Gründe hierfür nennt Hubertus Endres, Abteilungsdirektor Handel & Treasury, nach wie vor stark steigende Unternehmensgewinne, die zurückhaltende Zinserhöhungspolitik der Bank of Japan, immer noch relativ günstige Bewertungsrelationen sowie eine wachsende Investitions- und Konsumbereitschaft. „Gleichzeitig sollte die laufende Yen-Schwäche zu Ende gehen“, sagt er. Für ihn alles Gründe, das Engagement jetzt zu erhöhen. Als Vehikel hierfür liebäugelt Endres mit institutionellen Publikumsfonds und Exchange Traded Funds (ETFs).
Weitere Punkte auf der Agenda: Endres will die Diskussion über neue Anlageklassen und -themen, etwa über nachhaltige und Infrastruktur-Investments, intensivieren. „Die Gedankenwelt nachhaltiger Anlagen ist für mich schlüssig und plausibel“, so Endres, der kürzlich Besuch von Sustainable Asset Management (SAM) bekam, die ihm ihr Konzept vorstellten. Diese Diskussion würde er gerne vertiefen, beispielsweise um den Aspekt, wie sich nachhaltige Investments in verschiedenen Marktphasen verhalten. Das gleiche gelte für Infrastruktur-Investments. Auch diese hält er für grundsätzlich interessant, zeigt sich aber vorsichtig; für Neuengagements würde er nur einen überschaubaren Betrag investieren, „da man auf neuen Feldern zuerst Erfahrungen sammeln und genau prüfen sollte.“
Zurückhaltend hingegen zeigt man sich bei der 2003 aus den Sparkassen Pforzheim und der Kreissparkasse Calw fusionierten Sparkasse für das laufende Jahr bei Private Equity. In Private Equity investiert die Sparkasse derzeit rund 30 Millionen Euro. Die Ursache hierfür: „Angesichts der immensen Beträge, die in den Markt fließen, sehen wir momentan keine Notwendigkeit zur Aufstockung.“
Das Depot A der Sparkasse Pforzheim Calw beträgt bei einer Bilanzsumme von 10,6 Milliarden Euro rund 4,3 Milliarden. Im Jahr 2006 ist es um 300 Millionen Euro gewachsen. Hierbei wurde eine Rendite von 4,8 Prozent erwirtschaftet. ML
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