Kommentar – Michael Montag
Veröffentlicht am: 27. Februar 2007
Das Weltklima ist durch verschiedene Gefahren bedroht. Neben dem „Ozonloch“ sei insbesondere die zunehmende Erwärmung der Erde mit nicht absehbaren negativen ökologischen und ökonomischen Folgen erwähnt. Die Diskussion um den Klimawandel beeinflusst nunmehr auch zusehends das Anlegerverhalten. Insbesondere institutionelle Investoren aus Großbritannien, den Benelux-Staaten, Skandinavien und auch der Schweiz spielen hier eine Vorreiterrolle.
Auf der Seite der Asset-Management-Gesellschaften sind es wiederum insbesondere Anbieter aus der Schweiz, Benelux und Großbritannien, die sich den Herausforderungen der Anleger stellen. Die Angebote reichen von ethischen über grüne bis hin zu breit diversifizierten nachhaltigen Fonds.
Insbesondere ethische und grüne Konzepte berufen sich auf die Forderungen, wie sie im sogenannten Brundtland-Bericht von 1987 formuliert sind, nämlich eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Schaut man sich das Anlageuniversum dieser Finanzkonzepte etwas näher an, stellt man eine recht hohe Fokussierung auf einige wenige Sektoren wie Windenergie, Solartechnik und Biotreibstoffe fest.
Diese Anlagekonzepte mögen zwar das eine oder andere schlechte Gewissen beruhigen, entsprechen jedoch nur bedingt den Anforderungen von institutionellen Anlegern nach einer breiten Diversifizierung der Kapitalanlagen sowie der umfassenden Bewertung von Umwelt- und Sozialrisiken von Unternehmen, in deren Aktien und Anleihen sie investieren. Neben diesen „Non Financials“ rücken auch Fragen, wie sich Unternehmen strategisch und organisatorisch auf die Herausforderungen des Klimawandels positionieren, in den Mittelpunkt der Diskussion. Dabei gilt es jedoch nicht nur in die „Guten“ zu investieren und die „Schlechten“ zu meiden, sondern die „Schlechten“ positiv zu beeinflussen und die „Guten“ auf Kurs zu halten. Nur so kann nachhaltiges Investieren eine fatale Veränderung des Weltklimas und/oder eine Zerstörung von natürlichen Ressourcen verhindern.
Erhebungen belegen, dass der Markt für nachhaltige Kapitalanlagen in Europa mehr als 1.000 Milliarden Euro groß ist. Dies sollte somit ausreichend Anreiz für Asset-Management-Gesellschaften sein, sich den Anforderungen ihrer Kunden zu stellen.
Michael Montag Pictet & Cie (Europe) S.A., Leiter Asset Management Deutschland
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