Schadenhöhe: USA versus Deutschland
Veröffentlicht am: 08. Januar 2007
Wie hoch die Schadensumme wird, das ist bei Class Actions in den USA Verhandlungssache. Je besser der Lead Plaintiff verhandelt, desto besser auch für die anderen.
Die Kehrseite dieser Medaille: Je mehr Ansprüche eingereicht werden, und das steht erst nach dem Vergleich fest, desto mehr verteilt sich der Kuchen. Wer der Ansicht ist, noch mehr herausholen zu können, kann sich von dem Vergleich ausschließen lassen, muss dann aber separat noch einmal als Lead Plaintiff klagen.
Jeder, wie er’s verdient
Anders in Deutschland nach dem KapMuG: Jeder Anleger erhält, was er „verdient“, nicht wie gut der Musterkläger verhandelt. Anders als in den USA bekommt ein Kläger den vollen Schadenersatz, das heißt: Die Transaktion wird vollständig rückabgewickelt, der erfolgreiche Kläger wird so gestellt, als hätte keine Täuschung stattgefunden. Das ist noch nicht genug: Dazu kommen auch die Zinsen einer Alternativanlage. Das Besondere: die Alternativanlage wird nicht vorgeschrieben. Jeder einzelne Kläger kann separat beweisen, wie hoch seine Alternativanlage gewesen wäre.
Fazit: Wer einen KapMuG-Prozess gewinnt, hat die Chance auf deutlich mehr als bei einer US-Sammelklage. Je mehr Kläger, desto teuerer wird es für das beklagte Unternehmen – anders als es in den USA die Regel ist.
MRO
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