In Partystimmung
Veröffentlicht am: 14. November 2006
Das gab es noch nie: 21.000 Fachbesucher aus 65 Ländern – 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor – und 1.600 Aussteller. Dazu eine ausgelassene, ja euphorische Stimmung: Die Münchner Expo Real wird der großen internationalen Schwester Mipim in Cannes zur Ernst zu nehmenden Konkurrenz. Bereits über ein Drittel der Ausstellungsfläche belegten Unternehmen aus dem Ausland – ein Indiz dafür, wie international die Kapitalströme auch im kommenden Jahr sein werden, nach dem rekordhohen Transaktionsvolumen, das bis Ende Dezember erwartet wird: 600 Milliarden Dollar.
Prominenz wertet Party auf
Besonders auffällig auf der Expo Real: die starke Präsenz Osteuropas. Russland beispielsweise war mit zahlreichen Unternehmen vertreten, dazu kamen Städte wie Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg. Die urbane Dynamik Moskaus präsentierte kein geringerer als der Oberbürgermeister Jurij Luschkow. Bemerkenswert: Selbst Serbien, Albanien, Mazedonien und die Region Kosovo hatten eigene Ausstellungsflächen – Länder, die nicht einmal Aktien- und Anleiheninvestoren auf ihren Radarschirmen haben. Protzig, wuchtig und offensiv präsentierte sich die Golfregion. Um die Modelle eines ganzen Stadtteils wie das Jumeirah Beach Residence in Dubai oder das mannshohe Modell des Four Seasons Hotel in Bahrain war der Andrang groß. Und dass sich Österreich als natürliche Pforte nach Osteuropa versteht, war deutlich zu spüren.
Ins Auge stachen auch die Gemeinschaftsstände deutscher Aussteller. Nicht nur Kommunen präsentierten sich da – unterstützt von viel Politprominenz – zusammen mit ihren Projektentwicklern, Architekten und Investoren, sondern auch ganze Regionen wie Rhein Neckar und das Sachsendreieck priesen sich als Investitionsstandorte an.
Derivate im Kommen
Ein weiteres Thema kam in München ebenfalls auf die Agenda: Immobilien-Derivate. Derzeit gibt es zwei Arten von Immobilien-Derivaten: Property Index Certificates (Pics) und Total Return Swaps (TRS): Pics sind Instrumente, bei dem der Investor eine Rendite erhält, die auf dem IPD UK All Property Index basiert. Diese Rendite schließt eine einkommensabhängige Komponente ein, die die Mietrendite widerspiegelt; Basiswert ist der IPD UK Annual Index Income Return. Bei Fälligkeit der Anleihe werden Wertveränderungen im Immobilienmarkt gemäß dem IPD UK Annual Capital Growth Index ausgeglichen.
Die TRS wurden 2005 eingeführt. Wie der Namenszusatz Swap schon sagt, werden hier zwei Ertragsströme gegeneinander ausgetauscht. Ein Vertragspartner erhält einen indexbasierten Immobilienertrag. Dafür zahlt er an seinen Kontrahenten Zinsen. Die Zahlungen werden auf der Basis eines festgelegten Nominalwerts ermittelt. Die Mietrendite wird jährlich gezahlt, Veränderungen des Kapitalwerts werden jährlich über die Laufzeit des TRS errechnet und am Ende der Laufzeit der Transaktion ausgeglichen. Der Gründer IPDs, Dr. Ian Cullen, wies darauf hin, dass der britische Markt bereits die Milliardengrenze überschritten hat. Wie groß der Markt wird, darüber gibt es unterschiedliche Zahlen. Sicher ist: Der Derivatemarkt übertrifft den zugrunde liegenden Direktmarkt in aller Regel um ein Vielfaches. DPN
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