Home   Über uns   Kontakt   Impressum   Anzeigen   Abonnements   Konferenz   Pensions News  
Das erste unabhangige Fachmagazin fur institutionelle Anleger und die betriebliche Altersversorgung

 
 
Mit Böhm an Bord doppelte Kraft voraus
Von Klaus Morgenstern

Veröffentlicht am:  14. November 2006

Die Funk-Gruppe hat sich über die Jahrzehnte in der deutschen Wirtschaft vor allem einen Namen als Versicherungsmakler gemacht. Doch sie spielt auch als Berater in der betrieblichen Altersversorgung mit. Durch die Übernahme des noch relativ jungen bAV-Beraters Böhm Consultants soll die Schlagzahl deutlich erhöht werden.

Die Funk-Gruppe, der größte inhabergeführte Versicherungsmakler in Deutschland, ist organisch gewachsen. Das soll so bleiben – obwohl das Unternehmen vor einigen Monaten mal eine Ausnahme machte: Im ersten Halbjahr 2006 erwarb man die Mehrheit am bAV-Berater Böhm Consultants. Damit verdoppelte sich die Kapazität für die bAV-Beratung fast auf einen Schlag. Böhm Consultants brachte 60 Mitarbeiter ein. Rund 50 waren bei der Funk-Gruppe bereits in verschiedenen Bereichen mit dem Thema befasst. „Das Alterseinkünftegesetz sowie die zunehmende Internationalisierung der Unternehmen schaffen Handlungsbedarf in der betrieblichen Altersversorgung“, erläutert Claudius Jochheim, geschäftsführender Gesellschafter der Funk-Gruppe.

Funk war bislang in der Öffentlichkeit vor allem als Makler und weniger als Berater in Erscheinung getreten, obwohl bereits etwa 30 Mitarbeiter des Unternehmens in Sachen bAV unterwegs sind. Dazu kommt noch eine Tochtergesellschaft für die aktuariellen Gutachten und ähnliche mathematische Aufgaben.

Aber der Anteil der bAV am gesamten Honorar- und Courtage-Aufkommen lag bisher deutlich unter zehn Prozent. „Das war uns eindeutig zu wenig“, konstatierte Claudius Jochheim. Wie der Zufall so spielte, entstand ein Kontakt zu Matthias Edelmann, einem der Gründer von Böhm Consultants. Während der Verhandlungen klopften auch einige andere Kaufinteressenten bei Böhm Consultants in Dreieich an. „Aber wir wollten inhabergeführt bleiben“, erklärte Matthias Edelmann. In diesem Punkt passte die Verbindung mit der Funk-Gruppe optimal, auch wenn die Historien unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite das traditionsreiche Maklerhaus, dessen Anfänge bis ins Jahr 1879 zurückreichen. Auf der anderen Seite der noch relativ junge bAV-Consultant Böhm, der 1999 aus zwei zunächst eher unbedeutenden Unternehmen hervorgegangen ist. Damals kaufte Matthias Edelmann die Firma Böhm Consultants auf, die 1992 gegründet worden war und zuvor allenfalls den Charakter einer One-Man-Show hatte, und fusionierte sie mit seinem eigenen Unternehmen.

Böhm bringt frischen Wind hinein

Die Zusammenlegung von Böhm und Funk hat für die Beteiligten ihren Reiz. Die Funk-Gruppe akquirierte das bAV-Geschäft bislang aus dem eigenen Bestand. Böhm verfügte nicht über einen solchen Bestand an Versicherungskunden, ist daher mit der aktiven Fremdakquisition vertraut und bewies bei der Kundengewinnung in der Vergangenheit ein gutes Händchen.

Mit der Einbindung in die Funk-Gruppe ergibt sich zugleich die hilfreiche Integration in ein internationales Netzwerk, die Böhm Consultants bislang allenfalls punktuell vorweisen konnte. So gab es zwar Kooperationen mit Unternehmen in der Schweiz und in Österreich (Rieckenmann & Partner in Zürich, RFL – Dr. Freinschlag in Linz) und auch schon Verhandlungen mit potenziellen Partnern in den USA, in Frankreich, Großbritannien und Skandinavien, aber Edelmann räumt ein, dass die internationale Verflechtung bei einem Alleingang hätte noch weiter ausgebaut werden müssen.

Das ist nun nicht mehr erforderlich. Die Funk-Alliance, wie Claudius Jochheim es nennt, ist bereits in mehr als 70 Ländern präsent und besteht zum einen aus eigenen Tochtergesellschaften (27 Standorte in Europa) und zum anderen aus unabhängigen Brokern, die dauerhaft und überwiegend exklusiv mit der Funk-Gruppe zusammenarbeiten.

Ein Doppel auch für den Mittelstand

Demnächst steht aber erst einmal die Integration der beiden Fusionspartner an. Ab 1. Januar 2007 wird es zwei neue Firmen geben: Funk-Böhm-Consultant und Funk-Böhm-Versicherungsmakler für bAV. In diese beiden Firmen wird das gesamte Geschäft von Böhm eingebracht sowie das bAV-Geschäft und der Aktuarbereich von Funk. In beiden Gesellschaften werden Matthias Edelmann, Dirk Scheurich (ein weiterer Partner von Böhm Consultants) und Claudius Jochheim als Geschäftsführer antreten. Edelmann und Scheurich bleiben auch nach der Übernahme Miteigentümer dieser beiden Gesellschaften, obgleich die Funk-Gruppe eine deutliche Mehrheit besitzen wird.

Die Kundenstrukturen passen nach Einschätzung von Jochheim und Edelmann gut zusammen. Auf der Referenzliste von Böhm Consultants stehen Unternehmen vor allem aus den Bereichen IT und Telekommunikation (unter anderem Microsoft, Sun Microsystems, Oracle, Nortel, FDC First Data Corporation, Software AG). Vor allem mit dem Mandat, das Böhm Consultants bei Microsoft Deutschland nach einem längeren Auswahlverfahren an Land gezogen hat, kam Fortsetzung auf Seite 22 Fortsetzung von Seite 21

für das junge Unternehmen der Durchbruch. Üblicherweise lassen sich Konzerne wie Microsoft von großen international agierenden Beratungsgesellschaften betreuen. Böhm Consultants erhielt auf der Grundlage einer Ausnahme im Konzern das Mandat. Davon profitierte der Berater stark, denn andere internationale Konzerne wurden auf Böhm Consultants aufmerksam. So kamen dann Aufträge aus der Automobilindustrie, zum Beispiel von Peugeot und Fiat hinzu. Zugleich hat der bAV-Berater aber auch einen großen Kreis mittelständischer Kunden. Letzteres deckt sich mit der Kundenstruktur der Funk-Gruppe, die sich als Makler für den Mittelstand versteht. Darauf soll auch ganz klar der Fokus der neuen Gesellschaft Funk-Böhm liegen. Unternehmen mit 500 bis 10.000 Beschäftigten sind das bevorzugte Klientel für den Consultant. Darüber hinaus ergibt sich für Lösungen zur bAV noch ein weiterer potenzialträchtiger Zugang: Die Funk-Gruppe verfügt seit Jahren über recht gute Kontakte zum deutschen Verbandswesen und arbeitet heute schon für verschiedene Berufsverbände (zum Beispiel im Bauwesen und bei den Heilberufen). Da passt es ganz gut, dass mit den Jahren ein vergleichsweise großes Berliner Büro entstanden ist. Mit seiner Hilfe ließen sich die Kontakte zu den Verbänden, die sich mittlerweile in der Stadt angesiedelt haben, intensivieren.

Diese Partnerschaften mit den Verbänden soll Funk-Böhm-Consultants weiterentwickeln. Sie bieten sich als Multiplikator für die bAV an, vorausgesetzt es gelingt, bei Rahmenvereinbarungen eine ausreichende Beteiligungsquote zu erreichen.

Reif für einen Platz in der bAV-Beletage?

Bei den weiteren Unternehmensplanungen gibt sich Claudius Jochheim erst einmal hanseatisch zurückhaltend. Das erste Ziel sei es, bis Ende des Jahres zunächst auf dem Papier eine gut funktionierende Struktur zu entwerfen, in der die Bereiche von Funk und Böhm zusammengeführt werden. Dabei sei man schon recht gut vorangekommen. 2007 sollen diese Strukturen dann den Praxistest erfolgreich bestehen. Als Umsatzziel nennt Jochheim für 2007 rund zehn Millionen Euro Honorarvolumen in der bAV. Langfristig werden 15 Millionen Euro angepeilt, ohne dabei ein konkretes Jahr zu nennen. Die Funk-Gruppe allein hatte bislang einen Umsatz von etwa 4,5 Millionen Euro in der bAV bei einem gesamten Umsatz in der Gruppe von rund 90 Millionen Euro.

Die Funk-Gruppe wolle langfristig, so Claudius Jochheim, auch in der bAV zu den ersten deutschen Adressen zählen, wie es im Kompositbereich bereits seit vielen Jahren der Fall sei. Daher wird der Vergleich sowohl mit den „drei großen deutschen Hs” als auch mit international aufgestellten Beratern wie Mercer Human Resource Consulting und Towers Perrin gesucht.

Auch die Pension Administration auf der Agenda

Angeboten wird das gesamte Spektrum der Leistungen, angefangen bei der Bewertung, Neuordnung und Implementierung von Versorgungswerken über die Erstellung von versicherungsmathematischen Gutachten bis hin zum Outsourcing von Versorgungsverpflichtungen. Auch die Verwaltung von Zeitkonten und die Pension Administration stehen auf der Agenda von Funk-Böhm-Consulting. Gerade letzteren Bereich haben viele Beobachter als ein potenzialträchtiges Feld ausgemacht. Im zu Ende gehenden Jahr erfüllten sich diese Erwartungen zwar noch nicht, aber viele Unternehmen ziehen mittlerweile eine Auslagerung der Pension Administration zumindest in Erwägung.

„Wir haben bislang einen ganzheitlichen Beratungsansatz verfolgt und werden auch künftig dabei bleiben“, gibt Matthias Edelmann seine Prämisse für das neue Unternehmen vor.

Druckerfreundliche VersionDruckerfreundliche Version
Als E-Mail verschickenAls E-Mail verschicken

 


weitere Artikel
Headlines from other FT Business publications
Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
• Stolperstein oder Quantensprung?
• Quant gegen Quacksalberei
• Prof. Dr. iur. Monika Roth: Retrozessionen: Die grosse Kluft
• Andrew Marks: Anlegen ohne Grenzen ist riskant
• Brief aus Bern
European Pensions & Investment News
• Norwegian giant hurt by Lehman collapse
• Consensus on Freddie and Fannie not enough to boost confidence
• Equity-heavy Ilmarinen defiant despite losses
• Netherlands
• Package deal in Turkey props up private pensions
Nordic Region Pensions & Investments News
• Avoiding the commodities crash fallout
• Danish funds pressured into slashing costs
• Danish fund uses chameleonic strategy to beat credit crisis
• New blood keeps wind in AP1’s sails
Nederlands Pensioen- & Beleggingsnieuws
• BN'ers Ferry Mingelen en Arthur Docters van Leeuwen aanwezig op npn-prijzen 08
• Buitenlandse interesse voor fiduciair beheer groeit
• Real matching: is de tijd er rijp voor?
• Solvency 2: ‘Pensioenfondsen zijn naïef geweest’
• Gerard Riemen: 'Krachtenbundeling is op alle fronten nodig'
 ARCHIV

 

Kontakt
Bestellung
Privacy Policy
Terms and Conditions
Webmaster

Mailing address: Financial Times Ltd, Number One Southwark Bridge, London, SE1 9HL, United Kingdom

© The Financial Times Limited 2008